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«Aus Überzeugung liberal.»

Kopftuch-Verbot widerspricht der Idee des Sports

Die U-20 Basketball-Frauen des STV Luzern haben den Aufstieg in die interregionale Liga geschafft. Dies wäre ein Grund zur Freude für den Innerschweizer Sport. Stattdessen sorgt der Deutschschweizer Basketballverband schweizweit für Schlagzeilen: Er möchte der 19-jährigen Kapitänin des Teams, Sura Al-Shawk, verbieten mit Kopftuch zu spielen. Sura Al-Shawk ist Muslimin und das Kopftuch Ausdruck ihres Glaubens.

Der Basketballverband stellt sich auf den Standpunkt, religiöse und politische Überzeugungen hätten auf dem Spielfeld nichts verloren. Gleichzeitig wird allerdings toleriert, wenn Sportler sich vor dem Spiel bekreuzigen, Kruzifixe tragen oder sich mit religiösen Tatoos schmücken. Im Sinne der Religionsfreiheit sollte somit auch das Tragen von Kopftüchern toleriert werden, gerade im Sport der völkerverbindend sein sollte.

Das Argument der Einheitlichkeit welches der Verband ebenfalls ins Feld führt, mag vielleicht reglementarisch korrekt sein, aber bezogen auf das Kopftuch ist dieser Passus wenig sinnvoll. Das Kopftuch stellt weder eine Gefahr für die Gesundheit dar, noch hat es irgendwelche unfaire Vorteile für die Spielerin zur Folge. Im Gegenteil, gerade aus Sicht der Fairness sollte Sura Al-Shawk das Tragen des Kopftuches erlaubt werden.

Die junge Ebikonerin ist gut integriert, im Sportverein akzeptiert, das Kopftuch trägt sie freiwillig. Dies alles ist Ausdruck, dass auch muslimische Frauen ihre eigenen Entscheidungen treffen können und nicht nur bevormundet und isoliert sind, wie viele Leute dem Islam vorwerfen. Mit dem Kopftuchverbot im Sport verhindert man aber unter Umständen genau, dass muslimische Mädchen sich z.B. über Sportvereine integrieren können. So sehr auch Anpassung der Betroffen Grundvoraussetzung ist zur Integration, so sehr muss man auch aufpassen, wie weit man mit Verboten gehen will.

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2 Responses to “Kopftuch-Verbot widerspricht der Idee des Sports”

  • Factsammler sagt:

    Ringe, Ohrringe, Schmuck und auch ein Kopftuch dürfen nach geltenden INTERNATIONALEN REGELN nicht getragen werden.

    Jeder hat sich an die Regeln zu halten. Das hat nichts mit Religion oder Fremdenfeindlichkeit zu tun.

    Wo ist denn das Problem das Kopftuch für ein Basketball Spiel abzulegen und nach dem Spiel wieder zu montieren?

    Ausserdem finde ich es nicht gut, wenn der Sport für politische Zwecke instrumentalisiert wird.

    Ob sich jemand VOR DEM SPIEL bekreuzigt oder tätowiert ist, hat eigentlich gar nichts mit der eigentlichen Sache zu tun.

  • Philipp Brun sagt:

    Dass Schmuck nicht getragen werden darf, macht durchaus Sinn, denn dieser birgt eine Verletzungsgefahr – das Kopftuch dagegen nicht. Es bringt auch keinen sportlichen Vorteil, daher ist ein generelles Kopftuchverbot aufgrund dieser Überlegungen ziemlich schwer nachvollziehbar, auch wenn es in den geltenden internationalen Regeln so stehen sollte.

    Wenn Spielerinnen ein Stirnband oder Ähnliches tragen, sagt auch niemand etwas dagegen. Natürlich ist das Kopftuch in diesem Fall mehr als ein Stück Stoff – genau so wie Tattoos und (religiöse) Gesten hat es eine Bedeutung. Und wenn diese auf dem Spielfeld sichtbar sind, dann hat es sehr wohl mit der Sache zu tun und es ist durchaus vergleichbar. Sind wir mal ehrlich: Aberglaube und Religion sind bei Sportlern sehr oft nahe beieinander. Viele Sportler haben Glückbringer, ohne die sie nicht aufs Feld gehen.


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