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«Aus Überzeugung liberal.»

Rauchverbot: Ein Eingriff mit Ansage!

Seit gestern gilt in der ganzen Schweiz ein Rauchverbot in Gaststätten. Ein jahrelanges Ringen um eine nationale Lösung hat somit ein Ende gefunden. Die ersten Reaktionen zeigen ein Bild von Vorfreude, Ungewisseheit und Ängsten. Meiner Ansicht nach ist eine Diskussion jedoch müssig, Ängste sind unbegründet. Das Rauchverbot ist eine logische Konsequenz von Versäumnissen!

In Italien und Frankreich sind in den vergangenen Jahren Rauchverbote eingeführt worden. Auch die Kantone Tessin und Solothurn haben schon länger Erfahrungen damit sammeln können. Der Trend war gesetzt, Nichtraucherlokale sind «in». Trotzdem haben es viele Gastwirte verpasst sich diesem Trend anzuschliessen. Die Gründe dafür sind nicht nur wirtschaftlich. Angst, man könnte Gäste verlieren, und Nostalgie sind die wahren Motive. Diese emotionale Auffassung hat zu einem Marktversagen geführt: Nichtraucherangebote wurden vernachlässigt, die Nachfrage blieb unbeachtet. Wie anders kann es erklärt werden, dass eine Mehrheit der Bevölkerung nicht raucht, also eigentlich das grössere Kundenpotential darstellt als die Gruppe der Raucher? Aus rein wirtschaftlicher Überlegung wären vermutlich viele Gaststättenbetreiber zum Schluss gekommen, dass ein freiwilliges Rauchverbot eine Chance gewesen wäre. Ein staatlicher Eingriff wäre wohl nicht nötig geworden.

Auch Nichtraucher sollen frei entscheiden dürfen
Auch das Gesundheitsargument hat durchaus seine Berechtigung. Grundsätzlich sollte jedem selbst überlassen sein, ob er seine Gesundheit durch Rauchen aufs Spiel setzen will. Passivrauchen ist nachweislich gesundheitsschädigend. Dem Passivraucher wird die Entscheidung jedoch abgenommen, seine Freiheit beschnitten. Natürlich kann man argumentieren, man könne ja ein rauchfreies Lokal aufsuchen. Doch aus bereits erwähnten Gründen ist das Angebot dieser klein. Und auch die Gründe für die Wahl des Raucherlokals sind nicht ausschliesslich marktbedingt: Der Kunde wählt nicht das Raucherlokal, weil er in ein Raucherlokal gehen will, sondern aufgrund mangelnder Alternativen. Der gesellschaftliche Druck beispielsweise durch den Freundeskreis spielt dabei auch eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Dieses Gesetz stellt wohl einen Eingriff in die Wirtschaftsfreiheit dar, bevormundet den Bürger jedoch auf keinste Weise: Rauchen bleibt weiterhin erlaubt – nur nicht in Gaststätten! Zum Schutz der Passivraucher, nicht zuletzt auch des Personals, wurde eine staatliche Regulierung nötig. Der Markt hätte von sich aus keine Lösung hervorgebracht, dies haben die vergangenen Jahre gezeigt. Gerade deshalb ist das Rauchverbot sinnvoll und notwendig!

Text: Philipp Brun; Redaktion: Anne-Kathrin Brun

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