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«Aus Überzeugung liberal.»

Das Kulturgut Buch verliert

National- und Ständerat haben die Buchpreisbindung gesetzlich verankert. Die Jungfreisinnigen machen beim Referendum mit.

Buchpreisbindung? Nein danke! (Karikatur: Dominik Moser)

Buchpreisbindung? Nein danke! (Karikatur: Dominik Moser)

Am 18. März 2011 haben die eidgenössischen Räte beschlossen, die Buchpreisbindung, die der Bundesrat erst im Mai 2007 abgeschafft hatte, wieder einzuführen. Das Gesetz verpflichtet die Buchhändler, ihre Bücher zu einem von den Verlagen festgelegten Preis zu verkaufen. Ausnahmen für den Internethandel sind nicht vorgesehen. Ziel dieser Regelung ist einerseits, «die Vielfalt und die Qualität des Kulturgutes Buch [zu] fördern», und anderseits «möglichst vielen Leserinnen und Lesern den Zugang zu Büchern zu den bestmöglichen Bedingungen [zu] gewährleisten». (Bundesgesetz über die Buchpreisbindung, Art. 1)

Ein überparteiliches Komitee um die Jungfreisinnigen hat bereits das Referendum ergriffen. Das neue Gesetz ist absurd und geht komplett am Markt vorbei.

Onlinehandel zu kontrollieren ist utopisch
Wer gewinnt mit einem gesetzlich verankerten Kartell? Die Konsumentinnen und Konsumenten, die höhere Buchpreise bezahlen müssen? Die Buchhändler, die ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den ausländischen Grossverlagen einbüssen werden?

Der Buchmarkt ist im Wandel, immer mehr Werke werden im Internet bestellt, sowohl digital, als auch in gedruckter Form. Dahin entwickelt sich der Markt, und darin liegt auch die Zukunft des Buchhandels. Daran wird auch die Buchpreisbindung nichts ändern, im Gegenteil: Sie könnte viel mehr das Schicksal der kleinen Buchhändler besiegeln. Denn der Onlinehandel lässt sich nicht kontrollieren, es wird immer günstigere Angebote geben. Das Geschäft machen dann einfach ausländische Anbieter, auf Kosten des Schweizer Handels. Der Entscheid könnte sich also als wahrer Schildbürgerstreich entpuppen.

An Absurdität nicht zu überbieten
Das Buchpreisbindungsgesetz ist an Absurdität nicht zu überbieten. Mit überteuerten Preisen – dem gleichen Mittel, mit dem man beispielsweise versucht den Zigarettenverkauf, einzudämmen – will man Leserinnen und Leser zum Bücherkaufen animieren. Das geht nicht auf. Verlierer sind die Leserinnen und Leser und das Kulturgut Buch in der Schweiz.

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