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«Aus Überzeugung liberal.»

Ladenschluss: Den Familien mehr Freiheit geben

Zum Leserbrief «Ladenschluss: Ein Hang zum Neoliberalismus”», Neue Luzerner Zeitung vom 5. Januar 2011.

Lukas Graf wirft in seinem Leserbrief der Ladenschluss-Initiative vor, sie lasse jeden sozialen Gedanken aussen vor. Dabei ist es gerade die Familienpartei CVP, die sich bei dieser Frage uneinsichtig zeigt. Die sozialen Strukturen haben sich gewandelt, die Familie von anno dazumal gibt es nicht mehr. Immer mehr Frauen arbeiten und es gibt auch vermehrt alleinerziehende Eltern. Dies nicht anzuerkennen zeugt von einem reichlich angestaubten Familienbild.

Mit der Berufstätigkeit geht gezwungenermassen auch die Fähigkeit verloren, immer da zu sein. Dies ist ein berufsübergreifendes Phänomen. Auch Pflegepersonal oder Angestellte des Gastgewerbes haben damit zu kämpfen. Dass man mit dem Festhalten an irgendeinem Gesetz einen Berufsstand speziell schützen will, ist absurd. Zumal von diesem «Schutz» wegen diverser Ausnahmen nicht einmal das gesamte Verkaufspersonal profitieren kann. Für Bäckereien, Tourismusbetriebe und Bahnhofsläden gelten heute schon Ausnahmen. Ausserdem wird gerne ausgeblendet, dass eine Flexibilisierung der Öffnungszeiten auch eine Chance ist für das Personal. Randzeiten können gerade für Alleinerziehende interessant sein. Das Arbeitsgesetz des Bundes (Verbot von Nacht- und Sonntagsarbeit) sorgt dabei für humane Arbeitsbedingungen.

Das Ladenschlussgesetz taugt nicht zur Familienpolitik, dafür hat der Staat andere, zweckmässige Mittel. Anstatt sich gegen die gesellschaftliche Entwicklung zu stellen, sollten wir uns anpassen. Eine Aufhebung des Ruhetags- und Ladenschlussgesetzes bietet den Familien von heute die Freiheit, ihre eigene Familienstrategie zu entwickeln.

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