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«Aus Überzeugung liberal.»

Mehr Weitblick bei der Wasserkraft

Die ablehnende Haltung des Luzerner Kantonsrats zu einem Ausbau der Wasserkraftnutzung zeigt einmal mehr das Dilemma der Schweizer Energiepolitik auf. Die Grünen fordern einerseits mit Initiativen, dass man vom Atomstrom wegkommt. Anderseits verhindern sie unter dem Deckmantel des Natur- und Landschaftsschutzes, dass sinnvolle Alternativen umgesetzt werden – diesmal mit Unterstützung von einer Ratsmehrheit aus SP und SVP.

Wasserkraft und Luzern: Ein gespanntes Verhältnis (Bild: Neue LZ)

«Es wäre falsch, für wenigen und sehr teuren Strom Erholungsgebiete zuzubetonieren», wird SVP-Kantonsrat Daniel Keller in der Neuen Luzerner Zeitung zitiert. Eine politisch motivierte Einschränkung der Wasserkraftnutzung ist aber fehl am Platz.

Derzeit führt nichts an der Atomenergie vorbei. Um unseren Energiebedarf zu decken, reichen unsere alternativen Energiequellen bei Weitem nicht aus. Will man aber den Anteil an erneuerbaren Energien steigern, ist eine intensive Nutzung der Wasserkraft unumgänglich. Natur- und Landschaftsschutz dürfen kein Ausschlusskriterium sein. Denn der heutige Standard bei Projektierung und Bau von Wasserkraftanlagen ist ohnehin geprägt von ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Gesichtspunkten. Auch der hohe Strompreis rechtfertigt die politische Einschränkung der Wasserkraft nicht. Es liegt im Ermessen der Stromproduzenten zu entscheiden, ob es sich lohnt ein Kraftwerk zu bauen und anschliessend zu betreiben oder nicht. Auch wenn das Potential im Kanton Luzern gering scheint – jede Anlage ist ein Mosaikstein im gesamtschweizerischen Strom-Mix. Produzenten interessieren sich nicht für Kantonsgrenzen. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) beispielsweise betreibt längst auch Anlagen im Kanton Graubünden.

Wer A sagt muss auch B sagen. Man kann nicht von erneuerbaren Energien sprechen und allfälligen Vorhaben Steine in den Weg legen. Die Wasserkraft ist die effizienteste und damit zukunftsträchtigste alternative Energiequelle im Kanton Luzern. Dies nicht anzuerkennen beweist wenig Weitblick.

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