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«Aus Überzeugung liberal.»

«Nun sag, wie hast du’s mit dem Atomausstieg?»

Kaum ein Thema dominiert die Medienlandschaft derzeit mehr als die Zukunft der Kernenergie in der Schweiz. Unter dem Eindruck der Ereignisse in Japan ist die Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber den Risiken, die von Kernkraftwerken ausgehen, massiv gestiegen.

Die Frage «Atomausstieg Ja oder Nein?» wird im Wahlkampf zur wahren Gretchenfrage hochstilisiert. Besonders die Grünen können sich damit rühmen, dass sie sich schon seit Jahren für einen Atomausstieg einsetzen.

Wie in «Faust»
In Goethe’s Faust stellt Margarete die bekannte Frage nach der Religion, im Wissen, dass der Wissenschaftler Faust nicht viel davon hält. Genau gleich verhält es sich derzeit mit der Atomfrage. Es wird suggeriert, dass sich die bürgerlichen Parteien jahrelang alleine für die Atomkraft eingesetzt haben. Doch bei genaueren Betrachtung fällt auf: dies ist nicht der Fall. So hat sich die FDP insbesondere im Kantonsrat für die Nutzung von Geothermie und einen Solarkataster stark gemacht. Auf nationaler Ebene setzt sie sich bereits seit längerem für mehr Energieeffizienz ein. Derweil sind Linke und Umweltverbände vor allem durch Opposition gegen die intensive Nutzung alternativer Energiequellen wie der Wasserkraft aufgefallen. Den Atomausstiegs-Aktivisten fehlt ein Konzept, wie wir mit dem steigenden Strombedarf umgehen sollen.

Lösungen statt Aktivismus
Nach «Fukushima» scheint die Zukunft der Kernenergienutzung besiegelt. Die Frage nach dem Atomausstieg erübrigt sich, wenn neue Projekte nicht mehrheitsfähig sind. Vor dem Hintergrund der Risiken und dem ungelösten Entsorgungsproblem ist dieser Fall wahrscheinlich. Viel wertvoller als der derzeitige Aktivismus wären daher Lösungen für eine konsequente Energiepolitik.

Man könnte nun zurück fragen: «Nun sag Gretchen, wie hast du’s mit unserer Energiezukunft?».

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